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Freiburger Münster

Freiburger Münster

Das Münster, der schönste Turm der Christenheit ist der ganze Stolz der Freiburger. Mit einer Turmhöhe von 116 Meter ist das Wahrzeichen Freiburgs aus roten Sandstein schon von weitem sichtbar.

Der Bau konnte im Jahre 1200 unter Herzog Bertold V nur durch Spenden und dem Verkauf von Silber und Erz ermöglicht werden. Die Kirche sollte zunächst als Prestige-Symbol zur Darstellung der Größe Freiburgs und dessen Reichtum dienen. Die gesamte Konstruktion und die filigrane Ausarbeitung sind besonders bemerkenswert und könnten heute nicht besser gebaut werden. Die Bauzeit von über 300 Jahren setzte ein enormes Vertrauen und Weitsicht der Bauherren und der Spender. Sie riskierten es das Münster nie fertig zu sehen. Die lange Bauzeit beinhaltet zudem eine veränderte religiöse Einstellung, die zu einer neuen Baukonzeption führte, die das Ziel verfolgte, durch eine leichte und nahezu schwerelos wirkende Konstruktion, Gott nahe zu sein.

Der beeindruckende Turm des Münsters geht unmerklich von einem Viereck in ein Oktogon über. Der Turmhelm besteht aus acht Gratrippen mit jeweils acht verschiedenen Maßwerksegmenten. Die zierliche Turmspitze vermittelt somit den Eindruck, dass sich der Turm zum Himmel hin öffnet. Die völlig neue Konstruktionsweise wurde oft versucht nachzubauen, doch nirgends ist es so gelungen wie beim Freiburger Münster unserer lieben Frau. Beim Münster sind sowohl spätromanische als auch hoch- und spätgotische Elemente zu finden. Als Vorbild in der Gotik galt die Kathedrale in Straßbourg, aber auch das Basler Münster.

Besondere Bekanntheit erlangte einer der Wasserspeier, die am Münster angebracht wurden: Der Hinternentblößer. Die 91 Wasserspeier, an der Dachrinne, haben die Aufgabe das Wasser über die Traufrinne von den Dächern, in einem Bogen vom Gebäude weg, abzuleiten. Zwischen all den tierischen, menschlichen, monströsen oder fabelhaften Figuren versteckt sich das Motiv Böses von der Kirche abzuschrecken. Besonders amüsant und dekorativ zeigt sich dabei der Hinternentblößer, der sich mit den Armen und den durchgestreckten Beinen vom Pfeiler abstemmt und dem Betrachter sein nacktes Hinterteil entgegenstreckt. Viele Legenden ranken sich um die Hintergründe dieser Figur. Manche erzählen sich die Geschichte von zu spät bezahlten Lohnzahlungen an den Steinmetz, der seinem Ärger mit der Figur Luft verschaffte und andere wiederum meinen die Geste zeige neckisch rüber zum Kaufhaus. Wie dem auch sei, das Geheimnis liegt wohl beim Steinmetz. Bekannt ist, dass dieser, so wie die Baumeister, freie Hand in der Umsetzung seiner Kunst hatte, auch bei den Wasserspeiern.

Die Baumeister, die namentlich nicht bekannt sind, haben es geschafft, die Konstruktion eng mit der Funktion zusammenzubringen und ihr Ziel den Himmel auf Erden zu holen erreicht. Lichtmystik und ein völlig neues Raumerlebnis, dass durch hohe Wände und besonders große Obergadenfenster sowie übergroße Räume erzeugt wurde, beeindruckten die Menschen nicht nur damals.

Ausführliche Geschichte & Architektur des Freiburger Münsters.


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